Ohne Schiedsrichter funktioniert der schönste Sport nicht. Das gilt auch für den Handball, der gerade erst wieder dank des starken Auftretens der deutschen Nationalmannschaft bei der WM im Januar im Ansehen gestiegen ist.

Gina Reichelt und Lea Schallenberg (hinten von links)
Junge Schiedsrichterinnen beim TSVLadbergen / JSG Tecklenburger Land

„Schiedsrichter werden dringend gebraucht, deren Anzahl ist rückläufig, auch im Handballkreis Münster“, sagt Dieter Fahrenhorst aus Ladbergen. Fahrenhorst ist Schiedsrichterwart des TSV Ladbergen und betreut auch die Schiedsrichter der JSG Tecklenburger Land. „Seit 2014 werden junge Schiedsrichter bei uns im TSV und seit 2016 auch bei der JSG von Beginn der Ausbildung an betreut und gecoacht“, so Fahrenhorst. Die Erfahrung habe gezeigt, wie enorm wichtig dieser Schritt sei, „damit junge Schiedsrichter ihren Spaß und ihre Motivation behalten.“

Das Beispiel von sechs Nachwuchs-Schiris im Alter von 16 bis 21 Jahren zeige, dass die Arbeit mittlerweile Früchte trägt, meint Fahrenhorst. Gina Reichelt und Lea Schallenberg sind seit dem vergangenen Jahr als Schiedsrichterinnen aktiv, Lukas Oeljeklaus und Finn Hörnschemeyer pfeifen seit 2016. Beide Gespanne sind für die Jugendspielgemeinschaft aktiv. Sie hatten zuletzt unter anderem Einsätze Ende Januar beim Kreissichtungsturnier in Warendorf, das der Handballverband Westfalen (HVW) ausgerichtet hat. Außerdem werden beide Duos im Jugendbereich des HVW eingesetzt. Lea und Gina haben schon Verbandsligaspiele in der weiblichen A-Jugend geleitet, Lukas und Finn wurden Spiele in der Oberliga Westfalen im Bereich der männlichen A-Jugend zugeteilt. „Junge Schiedsrichter haben ein sehr hohes Aufstiegspotenzial, Gerade junge Schiedsrichterinnen werden von den Verbänden stark gefördert“, berichtet der Schiedsrichterwart.

Bereits seit 2014 sind Jan Fahrenhorst und Niklas Schirmbeck für den TSV Ladbergen als Unparteiische am Ball. So pfiffen sie Ende Februar beim Westfalenpokal in Hamm. Darüber hinaus kommt das Duo bei Spielen bis zur Herren-Bezirksliga zum Einsatz und auch in der Oberliga der männlichen A-Jugend.

„Sie bringen alle eine große Motivation mit“, ist Dieter Fahrenhorst von seinen Nachwuchs-Schiris überzeugt. „Auch Pfeifen ist Sport“, sagt er, „und ohne Schiedsrichter kann kein Spiel stattfinden.“ Fahrenhorst appelliert an Aktive und auch an die Zuschauer der Spiele, den Schiedsrichtern Wertschätzung und Respekt entgegen zu bringen.

Die Ausbildung angehender Schiedsrichter erfolgt ab diesem Jahr im sogenannten Cafeteria-System (Ausrichter: Handballkreis Euregio Münsterland). Verschiedene Module werden an mehreren Terminen angeboten, so dass sich ein, für die angehenden Schiris, flexibel terminliches System ergibt. Es folgt eine Abschlussprüfung in Theorie und Praxis. Der nächste Kursus startet am 27. April.

Auch wenn das Amt des Schiedsrichters weitestgehend ein wichtiges Ehrenamt ist, wird der Einsatz entlohnt. „Für Spiele ab Kreisliga gibt es als Vergütung 20 Euro pro Schiedsrichter und Spiel. Dazu kommen Fahrtkosten“, erklärt Dieter Fahrenhorst. In höheren Spielklassen erhöhe sich die Vergütung damit auf bis zu 50 Euro. „Das sei doch auch ein schönes Taschengeld“, macht er möglichen Nachwuchskräften den wichtigen Job schmackhaft. Das Mindestalter, um einen Schiri-Kursus zu absolvieren, ist übrigens 14 Jahre.